Breakfast with Colleagues: Where Foreign Policy and Feminism meet

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Berlin, Monday morning, 8 am: Where Foreign Policy and Feminism meet. On 14 May 2018, the Centre for Feminist Foreign Policy invited 25 national and international policymakers to its first Breakfast with Colleagues in Berlin to introduce itself to the relevant community and start a meaningful conversation around feminist centred foreign policy. Representatives from the Swedish, Finnish and Canadian Embassies, activists, representatives of aid and development agencies, human rights advocates  and representatives of foundations discussed different paths toward a more inclusive and feminist foreign policy. All participants acknowledged that there is still a lot to do: structures and dynamics must change, from diplomatic training to ambassador posts. Management cultures must be changed so that women are being promoted and supported, and that inclusive policy processes are being centred. Moreover, topics need to be approached from new angles, recognising the complex and diverse roles women play as agents and independent actors.  Additionally, financial resources should be used to support those whose perspectives are too often ignored.

At the end of the breakfast several of the participants expressed their wish to continue the discussion and to keep rethinking current foreign policy practices. The Centre for Feminist Foreign Policy looks forward to facilitating these conversations and continuing to advocate for a feminist approach to foreign policy.

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Berlin, Montagmorgen, 8 Uhr: Wo sich Feminismus und Außenpolitik treffen.

„Es geht zu langsam voran!“ bekräftigte Johan Frisell, Gesandter der schwedischen Botschaft in Deutschland zu Beginn des Breakfast with Colleagues, zu dem das Centre for Feminist Foreign Policy (CFFP) am 14. Mai in Berlin eingeladen hatte. Frisell bezog sich damit auf den Weg zur Gleichstellung von Frauen und Männern sowie einer inklusiveren Außenpolitik - beides zentrale Anliegen des CFFP und der über 25 eingeladenen Akteur*innen aus der nationalen und internationalen Politik, die an diesem Morgen über feministische Außenpolitik diskutierten: Die Botschaften Schwedens, Finnlands und Kanadas waren vertreten sowie Bundestagsmitarbeiter*innen, Vertreter*innen von Menschenrechts- und Hilfsorganisationen, Wissenschaftler*innen, Stiftungsvertreter*innen und Aktivist*innen.

Was sie alle eint, ist der Wunsch nach einer feministischeren Außenpolitik in Deutschland: Eine Außenpolitik also, in der alle zentralen Themen – von Frieden und Sicherheit über Klimawandel, Armut und wirtschaftlicher Teilhabe – immer auch aus der Perspektive von Frauen und anderen gesellschaftlichen marginalisierten Gruppen gedacht und analysiert werden.

Die  Teilnehmer*innen des ersten Breakfast with Colleagues waren sich einig: Es gibt noch viel zu tun, bis dieses Ziel erreicht ist. Hierfür ist ein holistischer Ansatz nötig. Anstatt hier und dort eine Frau einzustellen und ab und zu die weltweite Diskriminierung von Frauen, Mädchen und anderen marginalisierten Gruppen anzuprangern, müssen sich die bestehenden Strukturen und Dynamiken der Außenpolitik ändern - von der Attaché-Ausbildung im Auswärtigen Amt bis hin zur Besetzung von Minister*innen posten. Außerdem sollten staatliche Akteur*innen verstärkt mit der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten, vor allem die Botschaften in Ländern, die von Deutschlands Außenpolitik betroffen sind. Auch Managementstrukturen müssen sich ändern, sodass diejenigen ge- und befördert werden, die sich für eine inklusive Politik einsetzen, und nicht diejenigen, die Politik in exklusiven Kreisen machen. Themen müssen neu gedacht werden, etwas im Bereich Vorbeugung und Bekämpfung von gewalttätigem Extremismus: Frauen dürfen nicht länger nur als Opfer von Extremismus oder Mütter und Töchter verstanden werden, die Einfluss auf Extremisten nehmen können. Sie müssen als selbständige Akteurinnen angesehen werden – im Guten wie im Schlechten. Und auch über finanzielle Ressourcen wurde diskutiert: Um einen feministischen Ansatz in der Außenpolitik durchzusetzen, müssten diese so eingesetzt werden, dass die Rechte und Perspektiven der Akteur*innen unterstützt werden, die bisher nicht berücksichtigt werden. Das schließt Frauen mit ein, aber auch junge Akteur*innen sowie andere marginalisierte gesellschaftliche Gruppen. Eine feministische Außenpolitik bedeutet eben auch, dass der Fokus auf menschliche Sicherheit und nicht nationalstaatliche Interessen gelegt wird. Ein Teilnehmer und selbst langjähriger Botschafter fasste es so zusammen: “Wir müssen weg von einem Verständnis der Dichotomie von Werten und Interessen - Werte sind Teil unserer Interessen”.

Für all das braucht es politischen Druck von unten und oben – und genau dafür setzt sich  das Centre for Feminist Foreign Policy ein. Gegründet 2016 in London ist das CFFP seit Anfang des Jahres auch in Berlin aktiv. Im engen Austausch mit deutschen und internationalen politischen Entscheidungsträger*innen und in enger Koordination mit gleichgesinnten zivilgesellschaftlichen Akteuren setzt das CFFP sich für eine inklusive, feministische Außenpolitik ein – in Deutschland und darüber hinaus. Dem von vielen Teilnehmer*innen geäußerte Wunsch nach einem regelmäßigen Breakfast with Colleagues kommt CFFP daher sehr gerne nach

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Nina Bernarding is CFFP's Deputy Country Director Germany. 
Kristina Lunz is CFFP's Co-Founder and Country Director Germany. Follow her on Twitter: @Kristina_Lunz


Marissa Conway